Das Glockenbachviertel und der Gärtnerplatz – München’s Szeneviertel mit Charme

Das Glockenbachviertel und der Gärtnerplatz – München’s Szeneviertel mit Charme

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Die beiden Müncher Stadtviertel Glockenbach und Gärtnerplatz liegen im Stadtbezirk Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt haben sich seit den 1990er Jahren zu absoluten Szenevierteln entwickelt, und praktischerweise liegen das hotelmüller München und das carathotel München mittendrin!

Der Name „Glockenbach“ leitet sich ab von einem ehemaligen Gießhaus, in dem auch Glocken produziert wurden. Es bestand in der Zeit von 1476 bis 1671 und lag damals noch außerhalb des Münchner Stadtgebiets. Zuerst wurde der angrenzende Bach danach benannt, später das gesamte Viertel. Im Zuge der Industrialisierung entwickelte sich Glockenbach zu einem Arbeiterquartier und gehörte bis vor rund drei Jahrzehnten zu den ärmsten Gegenden in der bayerischen Landeshauptstadt.

Der Gärtnerplatz im gleichnamigen Viertel erhielt seine Bezeichnung nach Friedrich von Gärtner, einem der bedeutendsten bayerischen Architekten des 19. Jahrhunderts. Dabei handelt sich um einen großen Kreisverkehr mit einem kleinen Park in der Mitte, der an warmen Tagen von zahlreichen Menschen zum Entspannen genutzt wird. Dominiert wird das Rund vom „Staatstheater am Gärtnerplatz“, in dem auch Opern zur Aufführung kommen. Es ist derzeit allerdings wegen einer Generalsanierung geschlossen und wird voraussichtlich erst im Jahr 2017 wieder geöffnet.

Glockenbach und Gärtnerplatz sind junge Viertel in Bezug auf das Durchschnittsalter der Bevölkerung und der Besucher. Der Löwenanteil liegt bei den 20- bis 45-Jährigen. Beide Quartiere ähneln sich von ihrem Charakter her sehr. Die Straßenbilder sind geprägt von bemerkenswerten Altbauten vornehmlich aus der Gründerzeit, die in den letzten Jahrzehnten aufwändig restauriert wurden. Viele kleine Geschäfte und Boutiqen für Mode, Design oder Musik laden zum Shoppen ein. Die Gastronomie bietet so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann: rustikale und edle Restaurants mit Spezialitäten aus aller Welt, urige Biergärten, Cocktailbars, ruhige Cafés zum Abschalten, Lesen, Reden. Und noch etwas gibt es im Überfluss – Friseurläden! Das ist kein Scherz, die Dichte ist in der Tat enorm hoch, von günstig bis ziemlich teuer.

Wer von alldem noch nicht genug hat, sollte sich die vielen Feste in der warmen Jahreszeit nicht entgehen lassen. Genannt seien stellvertretend Glockenbach- und Gärtnerplatzfest, die gemütlichen Hofflohmärkte, das Kiez & Kultur Maibaumfest, das lesbische Angertorstraßenfest oder das schwule Hans-Sachs-Straßenfest, das bereits seit 1991 gefeiert wird. Das Glockenbachviertel ist seit Jahrzehnten eine Hochburg der Schwulen- und Lesbenszene in München mit diversen Organisationen wie dem Schwulenzentrum „Sub“ und Bars wie dem „Ochsengarten“, der schon seit 1967 besteht. Ein Höhepunkt im Jahr ist sicher der ebenfalls von der Schwulenszene organisierte „Pink Christmas“ Weihnachtsmarkt. Er findet während der gesamten Adventszeit in direkter Nachbarschaft zum Alten Südfriedhof bzw. in der Nähe des Sendlinger Tors statt.

Neben dem schon erwähnten Staatstheater gibt es einige weitere Sehenswürdigkeiten und alteingesessene Einrichtungen aus den Bereichen Kunst und Kultur, etwa das Kino „Neue Arena“, das bereits seit 1913 existiert, oder den Alten Südfriedhof mit letzten Ruhestätten vieler bedeutender Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Gesellschaft, darunter z.B. den Maler Carl Spitzweg. Das Gärtnerplatzviertel beherbergt darüber hinaus noch das Deutsche Patentamt sowie eine Niederlassung des Europäischen Patentamts. In Fußmarschnähe der beiden Viertel befinden sich das Deutsche Museum, die Münchner Altstadt, der Viktualienmarkt, das Isartor sowie die Au rechts der Isar, die vor allem im Sommer zum Sonnenbad oder sportlichen Aktivitäten einlädt.

Die meisten Besucher kommen allerdings wegen der aufregenden Gastroszene, die von morgens bis tief in die Nacht reichlich Abwechslung verspricht. Kein anderes Quartier in München kann mit solch einer Vielfalt aufwarten wie das Glockenbach- und das Gärtnerplatzviertel.

Unsere Geheimtipps im Glockenbachviertel

Von außen zwar nicht besonders ansprechend, überzeugt das Café Sax von innen umso mehr. Ein Mix aus Café, Bistro, Restaurant und Bar mit einer ebenso bunten Speisekarte voller lokaler, aber auch thailändischer, portugiesischer und mexikanischer Spezialitäten – lecker ist eigentlich alles und besonders die Gerichte auf der Tageskarte zudem auch wirklich günstig. Ein echter Geheimtipp eben!

Köstliche bayrische Spezialitäten vom Schweinsbraten zum Spinatknödel, gespickt mit ein paar internationalen Gerichten und eine verführerischen Frühstückskarte gibt’s in der Gaststätte Faun. Dazu genießt man hier am besten ein Augustiner Helles (für viele Münchner das beste Bier der Welt) an den langen Tischen, wo man schnell mit den Einheimischen ins Gespräch kommt. Sonntags und Montags ab 17.30 Uhr gibts einen feinen Schweinsbraten mit Knödel, Krautsalat und einer Halben für günstige 10,50€. Unser Insidertipp: Lassen Sie den Blick im Gastraum unbedingt auch über die bunt-faszinierende Deckenbemalung gleiten!

Direkt gegenüber vom Faun befindet sich ein weiteres Kleinod im Glockenbachviertel: das Café und Chocolatérie Götterspeise, wo es die vielleicht leckersten Pralinen und schokoladigen Köstlichkeiten Münchens gibt, entweder zum genießen vor Ort oder als Mitbringsel für die Daheimgebliebenen!

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann nichts wie auf zur Erkundung dieser beiden schönen Stadtviertel!

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