Eine Schifffahrt, die ist lustig… (Loreley-Fahrt Teil 2)

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch verfügbar.

Den ersten Teil unserer Rheinreise von Rüdesheim nach St. Goar haben wir schon in der letzten Woche unternommen. Dabei haben wir die Orte Rüdesheim und Bingen, Assmannshausen, Trechtlingshausen und Niederheimbach sowie die pompösen mittelalterlichen Burganlagen Burg Klopp, Ruine Ehrenfels, Burg Rheinstein, Burg Sooneck und die Heimburg vom Wasser aus bestaunen können.

Nachdem wir Niederheimbach hinter uns gelassen haben, geht es nahtlos weiter wieder auf die andere Seite des Rheins zum Städtchen Lorch, das bekannt ist für seinen vorzüglichen Wein und die hoch über der Stadt am Wachtenberg thronende Burg Nollig, die vermutlich ursprünglich eher Wachturm als Burg war und einen Teil der Stadtmauer um Lorch bildete.

Direkt gegenüber am linken Rheinufer liegt der Ort Rheindiebach und die romantische Burg Fürstenberg auf einer Anhöhe über der Stadt. Auch diese Burg ist in Privatbesitz und kann deshalb leider nicht besichtigt werden – ist aber auch von außen sehr schön anzusehen.

Einige Minuten später können wir auf derselben Rheinseite die Stadt Bacharach erspähen und die oberhalb am Hang liegende Burg Stahleck – eine prächtige Burganlage aus dem 11. oder 12. Jahrhundert und damit eine der ältesten Burgen in der Umgebung, die heute als Jugendherberge hergerichtet ist und als einmalige Kulisse für erlebnisreiche Klassenfahrten, Familienurlaube oder Veranstaltungen dient.

Rechtsrheinisch überrascht uns schon kurz darauf die Zollburg Pfalz auf einer kleinen, der Stadt Kaub vorgelagerten Insel, erbaut von König Ludwig von Bayern. Oberhalb von Kaub entdecken wir außerdem Burg Gutenfels aus dem 13. Jahrhundert. Kaub ist vor allem dafür bekannt, dass der Preussische Feldmarschall Blücher auf dem Weg zur Schlacht von Waterloo hier über den Rhein übergesetzt hat. Noch heute gibt es in der Stadt eine Statue zu seinem Gedenken sowie das Blücher-Museum.

Auch die Schönburg, die sich als nächstes auf der linken Rheinseite abzeichnet, ist bereits Anfang des 12 Jahrhundert erbaut worden, 500 Jahre später jedoch zerstört und im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut. Heute wird das geschichtsträchtige Gemäuer übrigens als Hotel und Jugendherberge genutzt.

Anschließend fahren wir an Oberwesel vorbei, einer früher stark befestigten Stadt mit einem tollen mittelalterlichen Stadtbild, geprägt von den zahlreichen Wachtürmen.

Nun kommt aber endlich der Teil der Fahrt, auf den wir uns am meisten gefreut haben – die Vorbeifahrt am berühmten und sagenumwobenen Loreleyfelsen, der sich zugleich an der tiefsten und schmalsten Stelle des Rheinabschnitts befindet. Vom Schiff aus lässt sich der markante Felsen besonders gut betrachten und bestaunen.

Nicht weit hinter dem Loreleyfelsen lässt sich schon die Stadt St. Goarshausen erspähen und die dazugehörige stattliche Burg Katz hoch oben über dem Rhein.

Nach einem kurzen Stopp an der Anlegestelle wird der Rhein ein weiteres Mal überquert und wir fahren auf St. Goar zu, wo die Loreley-Fahrt offiziell beendet ist.

Hier kann sich glücklich schätzen, wer ein Hin- und Rückfahrticket gekauft hat, denn dann kann die Rückreise ebenfalls per Schiff erfolgen. Langweilig wird es aber keineswegs, die gleiche Strecke nochmals zurückzufahren. Nachdem wir bei der Hinfahrt eifrig Fotos geschossen haben, aufmerksam waren, um keine der mehrsprachigen Erklärungen zu verpassen, können wir nun ganz entspannt den Rhein, das Wasser, das leichte Schaukeln des Schiffs und die bezaubernde Atmosphäre genießen, die das Obere Mittelrheintal versprüht.

12 Burganlagen, 11 Städte und 2 Stunden Entspannung

Wie hat Ihnen unsere Rheinreise gefallen? Insgesamt haben wir 12 Burgen und Burgruinen am Ufer entdecken können, 11 Städte vom Wasser aus betrachtet und den berühmtesten Felsen am ganzen Rhein gesehen. Nicht schlecht, für knappe 2 Stunden Fahrt, oder?

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