Die Ausbildung im Hotelfach – Ein Interview mit unserem frischgebackenen Hotelfachmann

Die carathotels engagieren sich aktiv in der Nachwuchsförderung und bilden seit Jahren erfolgreich Hotelfachleute aus. Das carathotel Basel / Weil am Rhein ist in diesem Jahr besonders stolz auf seinen Absolventen Sascha Müller, der die Ausbildung mit Top-Noten abgeschlossen hat. Über eine so tolle Leistung freut sich nicht nur Ausbilderin Ilka Banzer, sondern das ganze carathotels-Team. Grund genug, uns hier auf diesem Blog mal wieder dem Thema Ausbildung zu widmen. Und wer könnte uns bessere Auskünfte zur Ausbildung im Hotelfach, zu Höhen und Tiefen, zu Anforderungen und Herausforderungen geben, als der frischgebackene Hotelfachmann Sascha Müller?

Herr Müller, erst einmal herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung! Doch bevor wir über den Abschluss der Ausbildung sprechen, möchten wir ganz von vorn beginnen. Uns interessiert: Weshalb haben Sie sich für die Ausbildung als Hotelfachmann entschlossen?

Ich arbeite seit meinem 16. Lebensjahr in der Hotellerie. Angefangen mit einem Praktikum während der Schulzeit, habe ich dann kurze Zeit später im selbigen Hotel neben der Schule als Teilzeitkraft an der Rezeption angefangen und dies auch während meinem begonnenen Studium weitergeführt. Da das Studium nicht das Richtige für mich war, war die Entscheidung ziemlich einfach: Warum nicht den Beruf, den ich zu diesem Zeitpunkt seit über 6 Jahren immer gerne ausgeübt habe, richtig erlernen und in diesem Bereich weiterarbeiten? Das habe ich dann auch getan und bin, da das Hotel in dem ich gearbeitet habe nicht ausbildet, im carathotel Basel/Weil am Rhein gelandet. J

 … und darüber freuen wir uns sehr! Wie läuft so eine Ausbildung zum Hotelfachmann eigentlich ab?

Meine Ausbildung lief am Anfang ziemlich typisch ab: Angefangen habe ich im Restaurant Hazienda im Service, oftmals im Spätdienst. Nach einigen Monaten ging es dann im Housekeeping weiter. Hier sollte ich nicht nur Zimmer reinigen, sondern auch die Hausdame vertreten und ihre rechte Hand werden. Gesagt, getan: Ich habe Zimmereinteilung und Aufgabenverteilung übernommen, Zimmer kontrolliert sowie die Wäsche- und Reinigungsmittel-Bestellungen getätigt.

Nach einem halben Jahr stand dann der erste Berufsschul-Block in Villingen-Schwenningen an. Der schulische Unterricht für die Hotelfachausbildung findet im Blockunterricht statt, in meinem Fall waren das zweimal 6 Wochen im 2. Lehrjahr und zweimal 6 Wochen im 3. Jahr (da ich Abitur habe, wurde mir der Berufsschulunterricht im 1. Lehrjahr erlassen). Dort stehen neben Deutsch, Mathe, Gemeinschaftskunde, Ethik und EDV auch prüfungsrelevante Themen wie Hygiene, Serviceregeln, Kochen und Lebensmittelinhaltsstoffe auf dem Lehrplan, im 3. Lehrjahr liegt der Schwerpunkt auf Gästebetreuung und Marketing.

Im Betrieb war ich außerdem noch fast 3 Monate in der Küche tätig, hauptsächlich im Frühdienst. Daraufhin kam endlich die Abteilung, auf die ich mich am meisten gefreut hatte: Rezeption und Empfang. Nachdem ich sowohl den Früh- als auch den Spätdienst mit Kollegen kennengelernt habe, war ich auch zeitweise allein für die Rezeption verantwortlich. Besonderen Spaß macht das, wenn große Events in der Umgebung stattfinden, wie zum Beispiel die Basel World. Zusätzlich zum Einsatz im Hotel war ich zwei Wochen bei der AHM in Naters und konnte dort Einblicke in die Buchhaltung und die organisatorischen Abläufe der carathotels-Gruppe gewinnen, außerdem wurde ich eine Woche im carathotel Frankfurt Airport eingesetzt. Die restliche Ausbildungszeit habe ich im Verkaufsbüro absolviert, wo ich jetzt nach meiner Ausbildung eine feste Stelle als Junior Sales Manager begonnen habe.

Was hat Ihnen an der Ausbildung besonders gut gefallen – und was war nicht so toll?

Das Housekeeping war so gar nicht meine Abteilung. Ich war froh, dass ich neben dem Putzen selbst auch andere Aufgaben übernehmen konnte, doch wenn Not am Mann war habe ich natürlich auch mit anpacken müssen. In der Küche hat es mir jedoch gut gefallen, ebenso am Empfang und auch im Verkaufsbüro. Das tolle an der Ausbildung war, dass ich alle Bereiche des Hotels kennen gelernt habe und somit viel Abwechslung in meinem Berufsalltag war. Besonders freut mich natürlich, dass meine Ausbilderin Frau Banzer sehr zufrieden mit meiner Leistung war und mir direkt nach meiner Ausbildung der Job als Junior Sales Manager angeboten wurde.

Wie dürfen wir uns die Abschlussprüfung am Ende der Ausbildung eigentlich genau vorstellen?

Die Prüfung ist zweigeteilt: Zum einen gibt es hier die schulische Abschlussprüfung am Ende des letzten Schuljahres. Hier werden in allen relevanten Fächern schriftliche Prüfungen geschrieben: Gästebetreuung, Marketing und Arbeitsplanung, Gemeinschaftskunde, Deutsch. Dann kommt die IHK Prüfung, diese besteht auch aus zwei Teilen. In der schriftlichen Prüfung werden gezielte Fragen zu verschiedenen Themen gestellt und der Aufgabe, eine Hochzeitsplanung von Hotelseite aus aufzustellen Zwei Wochen später folgte die praktische Abschlussprüfung, bei der wir ein Verkaufsgespräch führen mussten und anschließend einen Abend lang im Restaurant für den Service an einem Tisch mit 5 Personen, inkl. vorherigem Eindecken verantwortlich waren.

Und was war für Sie die größte Herausforderung bei der Prüfung? Hat alles so geklappt, wie Sie es sich vorgestellt haben?

Die größte Herausforderung war der praktische Teil der IHK-Prüfung. Hier wurden hauptsächlich unsere Service-Fähigkeiten abgefragt. Ich war zwar ein halbes Jahr bei uns im Service eingeteilt und auch in der Schule wurde uns diesbezüglich einiges beigebracht, aber für mich war meine aktive Servicezeit einfach schon sehr lange her, deshalb war ich hier nicht besonders routiniert – am Ende hat aber doch alles gut geklappt:-)

Waren Sie aufgeregt?

Um ehrlich zu sein, ja:-) Da die schulischen Noten ja ebenfalls mit in die Abschlussnote einfließen wusste ich bereits, dass ich wirklich nur mit einer wirklich miserablen Prüfung hätte durchfallen können, aber dennoch, eine gewisse Restnervosität bleibt immer und das gehört ja auch zu einer Prüfung dazu.

Das stimmt, und hilft ja manchmal auch, sich gut zu konzentrieren. Wie haben Sie sich denn auf die Prüfungen vorbereitet?

Auf die schulische Prüfung, diese war direkt im Anschluss an den letzten Schulblock, doch ganz gut. Hier waren drei Tage intensives Lernen nach den Wiederholungen in der Schule angesagt, denn ich wollte ja meinen guten Schnitt halten. Für die IHK-Prüfung ist es schon schwieriger, dafür kann man sich nicht so gezielt vorbereiten, denn man weiss ja nicht, wo der Schwerpunkt liegen wird. Für die die praktische Prüfung der IHK habe ich mir zum Beispiel vorher noch ein Hochzeitsmenü im Frühling ausgearbeitet um auf alle eventuellen Fragen vorbereitet zu sein. Diese Mühe hätte ich mir aber sparen können :-) Erstens kommt es anders….

Das stimmt… Aber am Ende konnten Sie die Prüfer ja doch überzeugen. Noch ein anderes Thema: So eine Ausbildung ist ja kein Zuckerschlecken – was raten Sie Jugendlichen, die sich für diese Ausbildung interessieren?

Informiert euch über den Beruf!!! Macht ein Praktikum, am besten eins über mehrere Wochen am Stück bei dem ihr in Einblick die verschiedenen Bereiche eines Hotels bekommt. Nur so kann man sehen, ob einem das Gesamtpaket gefällt. Der Job in der Hotellerie kann sehr schön sein, aber er kann auch ganz schnell sehr belastend und aufreibend sein wenn man ihn nicht mag oder dafür nicht geeignet ist.

Über welche Eigenschaften und Interessen sollte man also verfügen, wenn man eine Ausbildung im Hotelfach machen möchte?

Ganz wichtig: Freude an seinem Beruf und Freude daran mit Menschen zu arbeiten. Gäste merken es in der Regel sofort wenn man ein falsches Lächeln aufsetzt. Belastbarkeit ist natürlich auch ganz wichtig, wir arbeiten im Dienstleistungssektor und oftmals auch im Schichtbetrieb, da kommt es auch mal zu Stresssituationen. Als dritten Punkt: Teamfähigkeit, denn niemand kann alleine ein ganzes Hotel führen.

Wie sieht Ihre jetzige Tätigkeit als Junior Sales Manager eigentlich aus?

Meine Tätigkeit umfasst Gruppenreservierungen zum Beispiel für Busreisen oder Firmengruppen, Tagungs- und Veranstaltungsplanung, Rechnungen erstellen, ein wenig Buchhaltung, Kontrolle der Rezeptionsabrechnungen und Verkaufsgespräche mit Kunden und Gästen. Die Messeplanung (Basel World, Basel Art und andere) mache ich zusammen mit unserer stellvertretenden Direktorin Ilka Banzer. Dazu fallen in einem Hotelbetrieb jeden Tag unvorhergesehene Aufgaben an, die es zu bewältigen gilt!

Das können wir uns vorstellen! Zum Ende noch einen kleinen Blick in die Zukunft: Haben Sie langfristige Ziele in der Hotelbranche?

Um ehrlich zu sein habe ich mir hier noch nicht allzu viele Gedanken gemacht. Direktor zu werden wäre natürlich toll, aber eigentlich ist mein Wunsch ein anderer: Meine Freundin arbeitet ebenfalls in der Hotellerie und wir träumen von einem eigenen kleinen Hotel. Dies muss nicht groß sein, vielleicht 30 Zimmer mit einem eigenen kleinen, gemütlichen Restaurant mit ansprechender Küche. Inwiefern das aber umsetzbar ist wird erst die Zukunft zeigen. Bis dahin arbeite ich mich weiter die Karriereleiter hoch, ein Aufenthalt in der Schweiz ist mittelfristig geplant und mal schauen was dabei herauskommt. Ich möchte aber definitiv erstmal im Verkauf bleiben.

Herr Müller, vielen herzlichen Dank für dieses aufschlussreiche Gespräch! Wir wünschen Ihnen einen guten Start in Ihren neuen Job, viel Erfolg für die Zukunft und drücken die Daumen, dass der Traum vom eigenen kleinen Hotel irgendwann Wirklichkeit wird!

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