Unterwegs auf dem Reiseblog von Christoph Pfaff – Beißende Gewässer, Brennende Neugier

Unterwegs auf dem Reiseblog von Christoph Pfaff – Beißende Gewässer, Brennende Neugier

Schaut man sich die Reisevideos von Christoph Pfaff auf vonunterwegs.com an kommen einem unweigerlich zwei Gedanken in den Kopf. Erstens:  „Wow, macht der tolle Reisen!“ und zweitens: „Hat der sie noch alle?!“ Der Reisejournalist und Blogger Christoph Pfaff hat seine ganz spezielle Art, Reisen zu erleben. Da darf es dann auch gerne ein Sprung in den zugefrorenen See mitten im finnischen Winter sein, um das stilechte Saunieren der Finnen ausprobiert zu haben. Alternativ probiert er auch selbst Thaiboxen aus – an austrainierten Thaiboxern in Thailand!

Klar, dass wir rausfinden mussten, was hinter den Abenteuern steckt und ob Christoph wirklich so verrückt ist. Also haben wir ihn zum Interview getroffen. Aber lesen Sie selbst!

Seit 2011 gibt es deinen Reiseblog Vonunterwegs.com. Warum hast du angefangen, einen Reiseblog zu führen, und dich dabei für einen Videoblog entschieden?

Das hat sich im Laufe der Zeit einfach so ergeben. Ich habe mich ursprünglich als klassischer Reisejournalist selbstständig gemacht – das ist auch noch immer das, womit ich meinen Lebensunterhalt verdiene. Dass ich parallel den Blog mit aufgebaut habe, war viel mehr ein Hobbygedanke als knallharte Businessberechnung. Es konnte 2011 ja keiner ahnen, dass sich mal so was wie eine Reiseblogger-Branche entwickeln würde. Und irgendwie haben mir diese kleinen Filme auf meinem Blog immer am meisten Spaß gemacht. Also habe ich das Profil des Blogs dann irgendwann dahingehend geschärft, dass ich gesagt habe: Das ist jetzt ein reiner Video-Reiseblog. Und das gibt’s im deutschsprachigen Raum so glaub ich nicht noch mal.

Drei Jahre sind eine lange Zeit mit einem Blog. Wie viele Videos hast du inzwischen produziert?

Ich wollte eigentlich in diesem Jahr die 100er-Marke knacken, aber das hat leider nicht ganz geklappt, weil mir ein paar Projekte weggebrochen sind. Das Ziel für 2014 ist also klar! Wobei… es fehlen nur noch drei oder vier. Dürfte also zu schaffen sein.

Du bist viel unterwegs und das oft wochenlang. Wie lange dauert es etwa, bis ein Beitrag produziert ist und er dann online gestellt wird?

Meine Kollegen staunen manchmal, wie schnell ein Film nach Ende einer Reise online ist. Ab und zu schon nach zwei Tagen. Ich habe nach der Rückkehr und dem ganzen Material sammeln meistens einfach riesigen Bock darauf, das fertige Ergebnis zu sehen. Und dann kann mich nichts mehr halten. Außerdem bin ich Fan von dem Live-Charakter, den wir online ausleben können – dass quasi alles gleich jetzt sofort passieren kann. Ich glaube, dass meine Zuschauer es auch mögen, den Film zur Reise sobald wie möglich zu sehen. Wenn zwischen Reise und Veröffentlichung Monate liegen, ist die Begeisterung einfach nicht mehr so groß.

In den letzten Monaten hast du dein Standbein erweitert und bist jetzt bei dem Fernsehsender „eins I plus“ in der Sendung „in.puncto – Das Trendmagazin“ in einem TV-Format zu sehen. Wie hat sich das ergeben und was sind die Pläne mit der Sendung?

Ja, in.puncto – ein witziges Kapitel aus dem letzten Jahr. Ich sollte eigentlich nur mal Studiogast sein und ein bisschen über das plaudern, was ich tue. Dem Chefredakteur Andy hat das dann aber wohl so gut gefallen, dass er mich später noch mal anrief, ob ich mir vorstellen könnte, mit ihm eine Reiserubrik für die Sendung zu produzieren. Das machen wir nun schon seit ein paar Monaten – und weiten das Ganze jetzt sogar noch aus: Wenn es sich thematisch anbietet, machen wir Live-Schalten von unterwegs in die Sendung. Da sind wir auch wieder beim Live-Charakter. Das nächste Mal aus Bangkok. Ich mag das!

Wie man in deinen Videos sieht, bist du niemand, der sich vor einer Erfahrung drückt. So bist du bei minus 17 Grad im Winter in einen finnischen See gesprungen – in Unterhosen und interessanterweise mit Socken und Schuhen. Wie verrückt muss man dafür sein und was war dein erster Gedanke, als du wieder aufgetaucht bist?

Ich glaube, mein erste Gedanke war: Ich wusste gar nicht, dass Wasser beißen kann. Ich bin mir aber nicht sicher, ob man fürs Eisbaden wirklich wahnsinnig verrückt sein muss. Ich bin wahrscheinlich einfach neugierig genug, um solche Dinge auszuprobieren. In welchem Punkt ich eher an meiner Verfassung zweifele ist, dass ich offensichtlich der Meinung bin, es sei total super, sich dabei filmen zu lassen.

Bei deinen Videos denkt man oft lachend und staunend: „Das macht er jetzt nicht wirklich?!“ Und dann tut er es doch. Bist du schon mal in eine Situation geraten, bei der du selber dachtest: „Leute, das geht nicht gut aus!“?

Noch gar nicht. Sonst würde ich den Quatsch wahrscheinlich endlich mal sein lassen. An meinen Grenzen war ich auf dem CN Tower in Toronto – ohne Zaun in 350 Metern Höhe. Ich sollte mich dann vorwärts ins Nichts bzw. in mein Sicherheitsseil fallen lassen. Aber das konnte ich nicht. Solche Szenen schmeiß ich dann übrigens auch gerne mal aus dem späteren Video raus. Die Leute sollen ja natürlich weiterhin denken, ich sei total cool.

In deinen Videos erzählst du auch Persönliches von dir. Achtest du sehr darauf, wie viel Privates du von dir in deinen Beiträgen preis gibst?

Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass man online etwas über mein Privatleben erfahren kann, aber ich gehe damit nicht hausieren. Das hat aber nichts damit zu tun, dass ich in der Öffentlichkeit stehe, sondern einfach mit einigermaßen gesundem Verhalten in den bekannten sozialen Netzwerken.

Das neue Jahr ist noch frisch und du bist sicherlich schon wieder am Packen. Wo geht es hin und was steht noch auf deiner Liste?

Der Januar geht relativ entspannt los. Vielleicht fällt mir da spontan noch ein nettes Winterthema ein. Die nächste große Reise führt dann Ende Januar nach Thailand. Dass 2014 von den Herausforderungen her noch extremer wird als die letzten Jahre, glaube ich nicht, weil dann der Druck, sich immer noch mal wieder steigern zu müssen, irgendwann zu groß würde. Aber Ideen sind viele im Kopf – und langweilig wird es ganz bestimmt nicht, das kann ich versprechen!

Lieber Christoph vielen Dank, dass du dir Zeit für das Interview genommen hast! 

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