Ein Tag in Wiesbaden – Mit Insidertipps durch die Stadt

Ein Tag in Wiesbaden – Mit Insidertipps durch die Stadt

Wiesbaden – eine Stadt, die perfekt die Gegensätze vereint: Das berühmte Casino im Kurhaus, die prächtigen Villen aus der Kaiserzeit oder die dampfenden Thermalquellen. Gleichzeitig erleben Besucher das kosmopolitische Flair dieser Stadt. Allen voran: die Internationalen Maifestspiele, die Künstler und Gäste aus der ganzen Welt anziehen. Daneben lebt Wiebaden aber auch seine Individualität, die sich besonders in den kleinen Manufakturen widerspiegelt, die sich in den Gassen der Stadt etabliert haben.

Neben den touristischen Highlights bietet Wiesbaden jede Menge Geheimtipps – und wer weiß das besser als die Einheimischen. Wir trafen die Wiesbadener Stylistin und Bloggerin Bärbel Klein zum Interview:

Hallo Bärbel, du lebst nun schon seit 15 Jahren in Wiesbaden. Was begeistert dich an der Stadt?

 

Jugendstilhaus-Wiesbaden-Villa-Clementine

Villa Clementine

Die Lage ist prima: Nahe am Taunus und dem wunderschönen Rheingau. Außerdem sind Frankfurt und der internationale Flughafen gleich um die Ecke. Die Stadt ist von der Größe her optimal. Nicht zu klein, aber auch nicht zu groß. Als ich vor 15 Jahren zum ersten Mal hier war, haben mich die vielen Altbauten und Jugendstil-Häuser begeistert. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt nur wenig zerstört. Das kenne ich sonst im Westen Deutschlands so nicht.

Außerdem ist Wiesbaden klimatisch nicht so kalt wie andere Regionen in Deutschland. Man nennt die Stadt „Nizza des Nordens“, denn sie hat etwas Mediterranes. Vielleicht liegt es auch an dem angrenzenden Weinanbau-Gebiet, dem Rheingau, das ich immer wieder denke: „Ach, wie im Mittelmeerraum.“ Na, und ganz klar: Der Rhein ist das absolute Highlight der Region. Eine Radtour entlang des Rheins gehört im Sommer definitiv dazu.

Was sind exklusiv deine Insider-Tipps für 24 Stunden in Wiesbaden?

Am besten man beginnt seinen Bummel am Kurhaus und geht weiter in die angrenzende Wilhelmstraße. Dort beginnt die Shoppingmeile. Auch der Kranzplatz ist sehenswert. Das gibt schon mal einen ersten Eindruck von der großartigen historischen Architektur der Stadt. Gründerzeit und Jugendstil – das gibt der Stadt ihr besonderes Flair.

Weiter geht’s in die Altstadt, wo schöne kleine Cafés und Einzelhändler zu finden sind.  Ich zähle einfach mal meine Lieblingsläden in der Innenstadt auf: G+S Schmuck in der Burgstraße, gegenüber ist die größte Kuckucksuhr. Dort findet man vielleicht ein Souvenir. Um die Ecke, das Priewe Blumengeschäft – hier lohnt sich ein Blick ins Schaufenster und ein Stück weiter findet man die Manufaktur Gewürz Müller. Ein Traum!

 

Einkaufsstrasse-Wiesbaden-Wilhelmstrasse

Einkaufstraße Wilhelmstraße

Klingt, als sei Wiesbaden zum Shoppen optimal.

Ja, es gibt viele schöne kleine Einzelhändler in dieser Ecke, zwischen Goldgasse, Bärengasse und Wagemannstraße. Hier möchte ich den Herrenausstatter Jourdan empfehlen. Bei dem kann man auch mal Whiskey probieren, während man über die richtige Krawattenfarbe nachdenkt. Noch ein Tipp ist die Webergasse – hier unbedingt mal entlang stöbern. Geht man über die Saalgasse kommt man zur Nerostraße. Dort gibt es tolle Cupcakes bei Dales Cake, schöne Antiquitätenläden und Krimskrams wie im Freudenhaus.

Es lohnt auch ein Blick auf das Römertor. Dort bei L’Art Sucre einen Kaffee trinken und eines der exzellenten Petit Fours genießen. Etwas Deftiger geht es nebenan bei der Curry Manufaktur zu. Hier gibt die beste Currywurst weit und breit! Um die Ecke ist auch die Kaiser-Friedrich-Therme mit dem Irisch-Römischen Dampfbad. Ein wunderbarer Wellnesstempel. Guten Rheingauer Riesling trinkt man in der Weinbar, die sich nahe dem Marktplatz und dem Dern’schen Gelände befindet.

Einkaufen geht wirklich gut in Wiesbaden. Wir haben neben den Filialen der großen Händler auch schöne kleine und edle Läden; ebenso haben die wichtigsten Luxusmarken Ihre Shops hier. Mein Tipp: Einfach durch die Innenstadt treiben lassen!

Was zeigst du deiner Familie oder Freunden?

Es kommt ganz darauf an, wie lange sie zu Besuch sind. Die drei absoluten „Must haves“ sind für mich: Kurhaus und die angrenzende Wilhelmstraße. Dann noch kurz am Bahnhof vorbei, denn der Bahnhof wurde erst kürzlich neu renoviert und ist wirklich ein Juwel. Außerdem die russische Kirche mit den weithin sichtbaren goldenen Kuppeln auf dem Neroberg. Am besten mit der Nerobergbahn nach oben fahren und nach einem kleinen Rundgang auf der Dachterrasse des Restaurant Wagner am Opelbad einen Weißwein trinken: Grandiose Aussicht über das Nerotal. Das ist eines der schönsten Wohnviertel mit vielen Altbau-Villen.

 

Russische-Kirche-Wiesbaden

Russische Kirche

Wiesbaden –liegt perfekt zwischen Rheingau und dem Taunus. Was wäre dein persönlicher Geheimtipp für einen Ausflug?

Da empfehle ich Eltville am Rhein. Es ist eine meiner beliebten Ausflugsziele. Besonders am Feierabend eignet sich die Stadt für eine schöne Spritztour: Zum Weinstand direkt am Rhein, dort den Abend inklusive Sonnenuntergang ausklingen lassen. Danach noch eine Kleinigkeit essen und wieder nach Hause.  Wer ein bisschen mehr Zeit hat, für den lohnt sich ein verlängertes Wochenende. Dann bietet sich auch eine Fahrt nach Mainz an oder eine Wanderung im Taunus an.

Wie genießt du einen freien Tag in Wiesbaden?

Der beginnt dann mit einem Brunch im Käfer’s im Kurhaus. Im Sommer natürlich auf der Terrasse. Der Blick über den mondänen Platz, links davon das Staatstheater – ein Traum! Und unbedingt durch den Eingangsbereich des Kurhaus flanieren. Das ist auch für Einheimische immer wieder ein erhabenes Erlebnis. Die dort ansässige Spielbank hat den Schriftsteller Dostojewski damals zu seinem Roman „Der Spieler“ inspiriert. Danach ein Stadtbummel. Falls es regnen sollte: Ein Besuch im Museum Wiesbaden lohnt sich immer. Zum Ausklang fahre ich später noch zum Rhein. Entweder mit der Buslinie 14 oder per Taxi in den Vorort Biebrich zum Biebricher Schloss. Dann flaniere ich ein bisschen am Rheinufer entlang und kehre anschließend in einem der dortigen Restaurants ein.

 

Liebe Bärbel, vielen Dank für das Interview mit dir.

Zur Person

Bärbel-Klein-Wiesbaden-Interview-Insidertipps

Bärbel Klein bloggt seit Dezember 2010  auf Farbenfreundin.de. Sie schreibt hier über ihr Interesse an Styling, Farben und allem anderen, was das Leben bunt macht. Ursprünglich war der Blog zur Information über Farb- und Stilberatung gedacht. Inzwischen ist es eine bunte Themenmischung über Ausgeh- und Einkauftipps, über Coaching, Buchtipps, Reise- und Veranstaltungstipps, aber eben auch Mode. Schauen Sie unbedingt mal rein!

1 KommentarHinzugefügt

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  1. Stephanie 29. Januar 2014 | Antworten
    Hallo Bärbel - das ist ein toller Blog über Wiesbaden. Ich, als Wiesbadenerin, werde deinen Tripp durch die Stadt mal mit deinen Augen machen ... und bestimmt neue Dinge sehen. Sehr cool. Danke dafür!

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